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(Mit-) Freude

(Mit-) Freude

Wann hast du dich das letzte Mal so richtig glücklich gefühlt? Warum ist es nur so verdammt schwer, dieses Gefühl dauerhaft zu halten? Gibt es möglicherweise Wege dauerhaft Zufriedenheit und Glück zu empfinden? Zeit für eine Spurensuche.

Mit der Freude und dem Glück ist es so eine Sache. Obwohl vermutlich jeder sich etwas darunter vorstellen kann und es durchaus Menschen geben mag, die von sich behaupten, ein freudvolles, glückliches Leben zu führen, habe ich den Eindruck gewonnen, dass diese Gefühle häufig eher flüchtig und schwer zu erreichen sind.

Dennoch, aus meiner Perspektive besteht der Sinn des Lebens darin, Glück und Zufriedenheit zu finden. Jeder Mensch will Glück finden und Leid vermeiden. Die Quelle zu einem glücklichen Leben liegt in uns selbst verborgen. Es sind nicht die äußerlichen Erfolge. Sie bringen keine innere Freude. Was hilft, ist der Blick nach innen.

Den Beginn meiner persönliche Suche nach dem Glück bzw. meine Glücksforschung, datiere ich auf das Jahr 2004. Dort erschien der Roman von Francois Lelord „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“. Die erste Lektion in Sachen Glück lautet dort, möglichst darauf zu verzichten, sich und die eigenen Lebensumstände, mit denen anderer Menschen zu vergleichen. Es gibt immer irgendeinen Menschen, der mehr hat, klüger ist, oder der uns auf andere Art und Weise, überlegen scheint. Wenn wir uns so ständig vergleichen, dann ist das eine treffsichere Möglichkeit, sich unglücklich zu fühlen.

Interessanterweise gibt es vier grundlegende Gefühle, die wir unabhängig von unserer Herkunft, Sprache oder Kultur zu empfinden in der Lage sind. Drei davon sind negativer Natur. Das sind die Gefühle Furcht, Wut und Trauer. Das einzig positive Gefühl ist die Freude bzw. das Glücksempfinden. Warum fällt es uns, die wir in einer Welt der Fülle leben, so schwer dauerhaft Freude und Glück zu empfinden und damit in Summe ein zufriedenstellendes Leben zu führen?

In dem von Douglas Adams in Zusammenarbeit mit Desmond Tutu und dem XIV. Dalai Lama in 2016 veröffentlichten „Buch der Freude“ gibt uns der Dalai Lama die Verhaltensempfehlung ganz bewusst den Blick von sich selbst auf andere zu richten. Er empfiehlt uns eine Denkweise zu etablieren, die nicht etwa den eigenen Schmerz oder das eigene Leid leugnet, sondern die vielmehr einen Weg weg von der Qual, hin zum Mitgefühl zu beschreiten. Wir erkennen dadurch, dass wir mit unserem Leid nicht allein sind. Denn wenn wir das erkennen, so der Dalai Lama, dann lindert das unser Leid und unseren Schmerz.

Mir ist aufgefallen, dass das Leben vieler Menschen von Sinneserfahrungen geprägt ist, die ihnen nur kurzfristige bzw. eingeschränkte Befriedigung verschaffen. Ihr persönliches Glücksempfinden hängt so sehr stark von sich permanent ändernden, äußeren Reizen ab. Zusätzlich sind diese Reize quasi omnipräsent und 24/7 verfügbar. Nicht wenige von uns sind dermaßen stark damit beschäftigt ihr Einkommen und ihren Wohlstand zu mehren, dass ihnen dabei eine wichtige Tatsache entgeht. Sie sind gefangen in der hedonistischen Tretmühle und entgegen ihrer Erwartung, macht sie der Zugewinn an Wohlstand eben nicht glücklicher. Wer das nicht glaubt, dem möchte ich empfehlen einen genaueren Blick auf den Stand der (Glücks-)Forschung zu richten. Denn diese Tatsachen sind mittlerweile sehr gut belegt.

Der Neurowissenschaftler Richard Davidson geht noch einen Schritt weiter. Mit bildgebenden Verfahren hat er in den milliardenfachen Verästelungen unseres Gehirns vier voneinander unabhängige neuronale Netze oder auch Schaltkreise ausmachen können:

1. Die Fähigkeit, positive Zustände aufrecht zu erhalten.

2. Die Fähigkeit, sich von negativen Zuständen zu erholen.

3. Die Fähigkeit, sich zu konzentrieren und wirre Gedanken zu vermeiden.

4. Großzügigkeit.

Wie können wir Einfluss nehmen?

Wir wissen, dass verschieden Bereiche des Gehirns an der Entstehung unserer Gefühle beteiligt sind. Das limbische System, besonders der Amygdala kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu. Auch der Neocortex, unser Großhirn, spielt ein gewichtige Rolle in unserem Gefühlsleben. Davidson fand in seinen Forschungen heraus, dass unsere Persönlichkeit keineswegs in Stein gemeißelt ist. Unser Charakter kann sich im Laufe unseres Lebens fundamental verändern. 

Die Forschungsergebnisse von Professor Sonja Lyubomirsky (Glücksforschung Universität Riverside, Kalifornien) zeigen uns zusätzlich, dass es möglich und sinnvoll ist, sich um das Erlangen von Freude, Glück und Zufriedenheit zu bemühen. 50 Prozent unseres Glücksempfindens sind gemäß ihrer Forschungsergebnisse, genetisch determiniert. 10 Prozent hängen von unseren äußeren Lebensumständen ab. Den gewichtigen Rest, nämlich 40 Prozent unserer gefühlten Lebenszufriedenheit, können wir selber beeinflussen!

Aus meiner Sicht sind das doch wundervolle Nachrichten. Dennoch hoffe ich, das ich mit dem, was jetzt folgt, niemanden zu stark enttäusche?

Denn auch hier ist es wie bei so vielen Dingen im Leben: Die süßen Früchte hängen weiter oben im Baum. Das Erlangen von von dauerhafter Zufriedenheit ist nicht ohne ein wenig Anstrengung zu haben.

1 Kommentar

  • Das ist ein Blindtext. An ihm kann man sehen, ob alle Buchstaben da sind und wie sie aussehen. Manchmal benutzt man Worte wie Hamburgefonts.

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